Speichern in der Cloud 26. Juli 2013 von

Stiftung Warentest: Überwiegend mäßige Noten für Cloud-Speicherdienste

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Unter gängigen Cloud-Speicherdiensten hat bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest kein Anbieter gute oder sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Mehrzahl der Dienste erhielt lediglich die Note „befriedigend“.

Die Stiftung Warentest hat Cloud-Speicherdienste von 13 Anbietern mit Sitz in den USA, Deutschland, Irland und der Schweiz untersucht. Darunter sind etwa Dropbox, Apples iCloud, Google Drive, das Mediencenter der Deutschen Telekom, Microsofts Skydrive und weitere Dienste. Dem Nutzer bleibt dem Test nach nur die Wahl zwischen „befriedigend” und „ausreichend” bewerteten Diensten.

Die Untersuchung nahm die Dienste unter den Gesichtspunkten Benutzung, Sicherheit und Datenschutz sowie Funktionsumfang des Angebots in den Blick. Auf Anfragen bei Anbietern basieren dabei unter anderem die Angaben zum Standort der eingesetzten Server und damit auch zum jeweils geltenden Datenschutz-Niveau. Hier halten sich einige Dienste nach wie vor bedeckt – vier Anbieter gaben dazu gar keine Antwort, wie der Untersuchung zu entnehmen ist.

Bei sieben Anbietern stehen Server im Europäischen Wirtschaftsraum, bei zweien außerhalb. Insgesamt seien aber auch europäische Dienste „nicht viel besser” als US-Anbieter, so die Tester – etwa im Hinblick auf die jeweils geltenden Datenschutzerklärungen des Anbieters. „Einen Dienst mit gutem Datenschutz fanden die Tester nicht”, hält die Untersuchung fest, die hier etwa den eingesetzten Verschlüsselungs-Algorithmus, Schutzmaßnahmen bei mobilen Apps und das Datenschutz-Management des Unternehmens beinhaltet.

Im Zweifel selbst verschlüsseln

Auch die Stiftung Warentest rät Nutzern daher, sensible Daten selbst zu verschlüsseln – oder nur solche Daten hochzuladen, die im Zweifel auch jeder einsehen kann. Zwar verschlüsselten alle Dienste die Datenverbindung; nur bei einem der Anbieter aber lagerten die Daten auch auf den Servern so, dass der Anbieter selbst – und damit auch ungewollte Mitleser von Behörden, NSA und Co. – sie nicht wieder aufschließen und einsehen können.

In einer begleitenden, nicht repräsentativen Onlineumfrage wollten die Tester darüber hinaus wissen, wieviele Nutzer Clouddienste nutzen und kennen. Während fast jeder Nutzer (98 Prozent) einen E-Mail-Dienst verwendet, sagten innerhalb dieser Gruppe nur 62 Prozent, dass sie „die Cloud” nutzen. Ähnlich sieht es demnach bei Foto-Apps oder Smartphone-Adressbüchern und -Kalendern aus: Viele Anwender nutzen längst entsprechende Dienste – sie sind bereits „in der Cloud”, ohne es genau zu wissen, etwa durch Voreinstellungen bei Geräten und Software.

Die Untersuchung ist in Heft 8/2013 der Zeitschrift „test” oder einzeln als PDF (EUR 2,50) bei der Stiftung Warentest erschienen.

Disclosure: Ich war an der Diskussion des Untersuchungsprogramms im Fachbeirat des Projekts „Online-Speicherdienste” der Stiftung Warentest beteiligt.

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