Games in der Cloud spielen 15. Oktober 2012 von John Weitzmann

Wie hat sich die Nutzung bei Computerspielen verändert?

Bild-10389

Neue technische Entwicklungen haben den Spielemarkt verändert. Viele Spiele finden inzwischen nicht mehr einfach auf dem eigenen Rechner statt, sondern nutzen mannigfaltige Netzwerktechnologien. Ein Überblick.

Online-Games und Cloud-Games erreichen einen immer größeren Markt. Laut einer durch den Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware in Auftrag gegebenen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung vom Juli 2011 stieg die Zahl der Menschen, die Online- und Browser-Games spielen, in Deutschland von 11,5 Millionen im Jahr 2008 auf 14,5 Millionen im Jahr 2011.

Nicht alle Spiele, die abgefragt wurden, sind im engeren Sinne den Cloud-Technologien zuzurechnen, aber die Studie kommt auf immerhin 5,6 Millionen Nutzer ausdrücklich für Online-Games. Allein der Spiele-Anbieter Zynga, dessen Social Games hauptsächlich über Facebook gespielt werden, vermeldete für 2011, dass ihre Nutzerzahlen weltweit binnen eines Jahres um fast ein Viertel angewachsen sind – 180 Millionen auf 240 Millionen.

Mobile Endgeräte als Spielekonsolen

Befördert wird der Wandel zum vernetzten Spielen dadurch, dass Endgeräte immer mobiler werden und ständig mit dem Internet verbunden sind. So lassen sich auf Smartphones und Tablets neue Programme („Apps“) in der Regel nur über eine Internetverbindung installieren. Der früher gängige heimische Desktop-PC wird durch Laptops abgelöst und die am Fernseher fest installierte Spielekonsole hat leistungsstarke tragbare Konkurrenz bekommen.

Waren gerade die grafisch ansprechenden Spiele früher überhaupt nur mit aufwändiger und entsprechend kostspieliger Grafik-Hardware auf Desktop-PCs oder Spielekonsolen spielbar und wurden daher auf Trägermedien wie CDs und DVDs dauerhaft erworben, können inzwischen auch die recht preiswerten mobilen Endgeräte für Einsteiger (beispielsweise Handheld-Konsolen) bis hinunter zum Smartphone flüssige 3D-Grafik darstellen. Da bietet es sich an, für diese gewissermaßen von Natur aus auf Vernetzung angelegte Generation von Geräten auch die jeweiligen Spiele mit Vernetzungsfunktionen auszustatten.

Grafische Darstellung in der Cloud

Einen besonders eindrucksvollen Einsatz von Cloud-Technologie kann man bei den reinen Cloud-Games beobachten. Anders als bei Online-Spielen, bei denen die Cloud-Server nicht viel mehr tun als Spieldaten zu speichern, zu verteilen und die spielenden Nutzer miteinander zu vernetzen, übernehmen die Cloud-Server der „echten“ Cloud-Games auch noch die Rechenleistung zur grafischen Darstellung der Spiele. Sie kombinieren daher was man im Fachjargon „Software-as-a-Service“ (SaaS) und „Infrastructure-as-a-Service“ (IaaS) nennt.

Dadurch wird es weitgehend unerheblich, wie leistungsfähig das Endgerät ist, das die oder der Spielende in der Hand hält. Aufwändigste Spiele können auch auf veralteter Grafik-Hardware gespielt werden, denn sie werden nur als Video wiedergegeben, während ihre Berechnung in der Cloud erfolgt. Hierdurch dürfte sich der Trend hin zum mobilen Spielen weiter verstärken, denn zukünftig können Nutzer sogar das Endgerät wechseln, ohne dass das Einfluss auf ihr Spielerlebnis haben muss.

Was sagen Sie dazu?